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Kategorie: Allgemein
20. Juli 2012

TDCC “Beacon” ab 31.8.

TDCC_Beacon

Two Door Cinema Club, die Zweite. Mitten im Hochsommer. Da passen sie auch hin. Genauso wie der Titel des zweiten Studioalbums des nordirischen Trios aus Bangor treffend ist. „Beacon“. Leuchtfeuer. Schließlich sind Two Door Cinema Club eine Popband, deren Songs über enorme Strahlkraft verfügen. Songs wie „Something Good Can Work“, „I Can Talk“ und „What You Know“, um nur drei Titel ihres rundum gelungenen Albumdebüts „Tourist History“ zu nennen, haben in den letzten zwei Jahren ihren Weg gemacht und gehören längst zum zeitgenössischen Kanon der Guten Laune. Alex Trimble, Kevin Baird und Sam Halliday ist es nicht nur gelungen, sich eine musikalische Handschrift anzueignen, die jeden ihrer Songs sofort als Kreation von TDCC erkennen lässt, sondern haben auch die Messlatte für Euphorie, die „measures of excitement“, die guter Popmusik zueigen sein kann, verdammt hoch gelegt. Als Folge puckern ihre Songs eben nicht nur durch Jugendzimmer und Szeneclubs sondern auch durch die Welt der Warenhäuser und in kaum mehr bezifferbaren Remix-Versionen durch die Blogosphäre.

Für „Beacon“, ihren zweiten Streich, haben sich Two Door Cinema Club für zwei Monate nach Los Angeles zurückgezogen und dort mit Jacknife Lee (Bloc Party, Snow Patrol, U2) in dessen Studio in den Bergen Kaliforniens die neuen Songs aufgenommen. War das Debüt noch geprägt von einer nachvollziehbaren Aufbruchstimmung, ist die Sehnsucht (nach daheim, nach Ruhe, nach Liebe) das beherrschende Thema, der rote Faden des neuen Albums. Tatsächlich hat die Band nach ihrem internationalen Durchbruch vor zwei Jahren ein mörderisches Reiseprogramm absolviert. Die drei sind durch Europa, Asien, die USA, Südamerika, Japan und Südafrika gereist. Ihre persönliche „Tourist History“ hätte kaum ereignisreicher ausfallen können. Ist „Beacon“ inhaltlich der Gegenentwurf zum Debüt, ist es musikalisch die konsequente Weiterentwicklung. Ohne sich von irgendwelchem öffentlichen Druck oder Erwartungshaltungen kirre machen zu lassen, blasen die  drei jungen Iren einmal mehr zum Angriff.


Den Anfang macht „Sleep Alone“, das schon seit längerem auf der Setlist der nimmermüden Band steht, die sich derzeit auf einigen der schönsten Festivals Europas die Ehre gibt, um das Publikum in Wallung zu bringen und es zu euphorisieren. Der archetypische Two-Door-Cinema-Club-Song schwingt sich in die Türe wie John Wayne. Das Schlagzeug gibt ein Tempo vor wie eine Union Pacific Dampflok auf Speed, bevor dann die Band losprescht wie die geschlossene Kavallerie. Gitarren klirren und flirren wie die Sonne in sengender Hitze. Ganz zu schweigen von der verführerischen Stimme von Alex Trimble, dem Feuerschopf. Das ist er doch, der große Pop-Western. Das sind Songs, die uns leichterdings im Sturm erobern. Songs vor allem, bei deren Genuss wir uns im Aufwind fühlen, uns nicht mehr um unsere Mails kümmern wollen, sondern aufbrechen in die weite Welt oder vielleicht dann doch nur in den Club unseres Vertrauens.

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